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Doch nicht nur in diesem Bereich, sondern auch in der Arbeit mit Kindern in der Jugend- und Heimpädagogik begegnete mir die Thematik wieder. In diesem Fall traf ich auf messiehafte Symptome weniger im Umgang mit Dingen, sondern in Form von chaotischen Strukturen im Inneren der Kinder und Jugendlichen. Gestörte Ordnung in ihrem Denken und Wahrnehmen führten zu chaotischem Verhalten, Aufmerksamkeitsstörungen, Kommunikationsschwierigkeiten, Unfähigkeit zur Sammlung und Konzentration. Bei näherer Betrachtung war erkennbar, dass die Störung der Ordnung auch das Beziehungssystem der Kinder, ihre Eltern und Familien, mit erfasste.
Später hatte ich als Leitende Mitarbeiterin in einer Psychoanalytischen Klinik die Aufgabe, den Lebensraum der PatientInnen innerhalb der Klinik zu gestalten. Diese Arbeit bezog auch die Patientenzimmer mit ein, deren Zustand die innere Verfassung der Bewohner widerspiegelten. Strukturierungshilfen von außen blieben ohne Erfolg. Hier erkannte ich: Wer innerlich im Chaos lebt, kann keinen geborgenen und angenehmen Raum um sich herum schaffen.
Nach all diesen Erfahrungen mit Messie-Symptomen in der Arbeit mit jungen, alten oder psychisch erkrankten Menschen blieb mir auch die eigene Konfrontation mit diesem Thema nicht erspart. Im Laufe meiner unterschiedlichen Tätigkeiten hatte ich viele Fortbildungen zu interessanten Themen besucht. Nach jeder Fortbildung bekam ich umfangreiche Materialien mit noch viel mehr hilfreichem Wissen mit nach Hause, das ich mir unbedingt aneignen wollte... Ich wollte meinen Beruf ja anspruchsvoll, ja möglichst perfekt ausüben, immer auf dem neusten Stand sein. Aber die Stapel mit den ungelesenen Unterlagen wurden höher und höher, und mit jedem Zentimeter Höhe wuchs auch mein Widerstand, mich ihnen zu widmen.
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