Das Messie-Syndrom

Für die meisten Menschen ist ein schönes Zuhause ein Grundbedürfnis. Ordnung zu halten fällt jedoch manchen über die Maßen schwer. Wenn in der eigenen Wohnung dauerhaft chaotische Zustände herrschen, alles drunter und drüber liegt und nichts an seinem Platz ist, dann kann man diese Struktur als „Messie-Phänomen“ bezeichnen. Das Wort „mess“ ist englisch und bedeutet in etwa „Chaos“. Ein Leben in permanentem Chaos macht Angst, erzeugt Stress und das Gefühl von Inkompetenz. Die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit ist blockiert.

Das Messie-Syndrom umfasst jedoch weit mehr als die sichtbare Unordnung. Diese weist nach innen und geht einher mit einer Vielzahl von psycho-emotionalen Befindlichkeitsstörungen. Die so genannten „Messies“ leiden häufig unter Entscheidungsschwierigkeiten, verspüren undefinierbare, lähmende Ängste, empfinden große Anspannung mit hohem Stresspegel, wenn vertraute Situationen sich um sie herum verändern, können kaum Prioritäten setzen, verlieren sich in Details, fühlen sich ambivalent und zerrissen und haben den Zugang zu ihrer eigenen Würde verloren.

Häufig sind diese Menschen gesellschaftlich und beruflich sehr engagiert. Damit kann die Unzufriedenheit mit der Situation zu Hause kompensiert werden. Da sie jedoch den Selbstbezug verloren haben, neigen sie dazu, sich selbst zu überfordern. Dadurch geraten sie unter Dauerstress und reagieren häufig mit psychosomatischen Symptomen. Diese können auf medizinischem Wege nur unzulänglich behandelt werden.